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Andreas Kunert

Eine ungebrochen hohe Immobiliennachfrage lässt die Preise weiter steigen. Dies belegt der vdp Immobilienpreisindex (GRX), der für das dritte Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg um 4,7 % ausweist. Den höchsten Wachstumsbeitrag lieferten die Wohnimmobilien, die ein Plus von 5,7 % aufwiesen. Die Gewerbeimmobilien verteuerten sich im gleichen Betrachtungszeitraum um 1,5 %.

Auf dem Wohnungsmarkt erhöhten sich die Preise für selbst genutztes Wohneigentum um 4,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei hat sich der Preisanstieg sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorquartal verstärkt. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres sind die Preise für Eigenheime um 4,3 % gestiegen, die Preise für Eigentumswohnungen verzeichneten ein Plus von 4,4 %. Vielerorts ist das Angebot auf dem Bestandsmarkt mittlerweile äußerst knapp. Dieser Problematik sind auch institutionelle Anleger ausgesetzt, deren Interesse an wohnwirtschaftlichen Immobilien nach wie vor ungebrochen hoch ist. Mit der Folge, dass sich auch die Preise für Mehrfamilienhäuser im dritten Quartal 2015 um 6,9 % verteuerten. Ursächlich ist weiterhin die Entwicklung des Liegenschaftszinssatzindex, der einen Rückgang von 2,9 % aufweist. Gleichzeitig sind die Neuvertragsmieten um 3,7 % gestiegen.

Gleichen Bedingungen sehen sich institutionelle Anleger auf dem gewerblichen Immobilienmarkt ausgesetzt. Auch hier übersteigt die Nachfrage deutscher und internationaler Investoren deutlich das Angebot an Kaufobjekten. Im Fokus der Anleger stehen nach wie vor die beiden Assetklassen Büro- und Einzelhandelsimmobilien, deren Kapitalwerte sich im dritten Quartal um 1 % bzw. 2,5 % verteuerten.

Der Preisanstieg von Einzelhandelsimmobilien ist einerseits durch das Absinken des Liegenschaftszinssatzindex um 2,3 % zu begründen, andererseits sind die Mieten für Einzelhandelsflächen um 0,3 % gestiegen. Damit hat sich der Anstieg der Mieten leicht verlangsamt. Vordergründig ist eine Stagnation der Spitzenmieten in zahlreichen Großstädten hierfür verantwortlich. Insgesamt wird die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen als gut eingeschätzt, liegt jedoch leicht unter den Ergebnissen des Vorjahres.

Die Büromieten sind dagegen mit einem Plus von 0,6 % etwas stärker gestiegen als in den Vorquartalen, da sich die Nachfrage nach Büroflächen im dritten Quartal vielerorts wieder spürbar belebt hat. Gleichzeitig sind die Leerstände leicht rückläufig. Der Liegenschaftszinssatzindex ist erneut um 0,5 % gesunken.

 

Selbst genutztes Wohneigentum: +4,3 %*
Mehrfamilienhäuser: +6,9 %*
Büroimmobilien: +1,0 %*
Einzelhandelsimmobilien: +2,5 %*
* gegenüber Vorjahresquartal

 


Alle Indizes werden von der vdpResearch GmbH im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auf der Grundlage einer umfassenden Transaktionsdatenbank, welche die Transaktionen der teilnehmenden Finanzinstitute enthält, berechnet. Die Indizes werden quartalsweise veröffentlicht. Weiterführende Informationen bezüglich der Berechnung der einzelnen Indizes finden sich auf der Webseite der vdpResearch GmbH unter www.vdpresearch.de/vdp-immobilienpreisindizes/.

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