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Andreas Kunert

Im 2. Quartal 2016 sind die Preise für deutsche Wohn-und Gewerbeimmobilien gestiegen. In einzelnen Segmenten hat die Preisentwicklung sogar an Dynamik gewonnen. Der vdp Immobilienpreisindex (GRX) verzeichnete im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 6,7% und liegt nun bei 134,3 Punkten. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch ein enorm knappes Angebot an Investitionsobjekten sowohl auf dem Gewerbe- als auch Wohnungsmarkt. In nahezu allen Segmenten war das Transaktionsvolumen deshalb rückläufig.

Der Anstieg der Immobilienpreise wird unverändert durch die Wohnimmobilienmärkte bestimmt. Die Lage in den Ballungszentren ist weiter angespannt, da Wohnraum aufgrund der hohen Nachfrage knapp ist. Gleichzeitig kann der Markt aufgrund der langen Investitions- und Planungszeiträume nur zeitverzögert auf eine steigende Nachfrage reagieren. Daher trägt auch die gestiegene Neubautätigkeit aktuell kaum zur Entspannung bei. Mittelfristig muss demzufolge von einem weiteren Anstieg der Mieten ausgegangen werden, zumal die gesetzlich eingeführte Mietpreisbremse nicht die gewünschte Wirkung zu entfalten scheint.

Dies lässt sich auch an der Entwicklung der Kapitalwerte ablesen: So legte der Kapitalwertindex für Mehrfamilienhäuser um 7,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Dazu trugen maßgeblich die Neuvertragsmieten für Wohnimmobilien bei, welche im Jahresvergleich um 4,5 % gestiegen sind. Gleichzeitig sank der Index der Liegenschaftszinsen für Mehrfamilienhäuser um 2,8 %.

Auf dem Markt für selbst genutztes Wohneigentum hat die Preisdynamik im zweiten Quartal eben-falls zugenommen. Der vdp Preisindex legte hier um 6,3 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die Preise für Eigentumswohnungen sind um 7,3 % gestiegen, während der Anstieg bei den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 5,9 % etwas geringer ausfiel. Auch hier ist die Dynamik wesentlich durch die hohe Nachfrage in den Ballungszentren getrieben. Wachsende Einwohner- und Haushaltszahlen, eine prosperierende Wirtschaft sowie einer positiven Einkommens- und Kaufkraftentwicklung sind dabei genauso Bestandteil der Investitionsentscheidung wie das niedrige Zinsniveau und der Mangel an alternativen Investments.

Das stabile gesamtwirtschaftliche Umfeld ist auch ursächlich für die weiter steigenden Preise bei Gewerbeimmobilien. Mit einem Plus von 5,8 % stieg der entsprechende Index auf 125,2 Punkte. Hierbei stehen vor allem Büroimmobilien im Fokus, deren Kapitalwerte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,4 % gestiegen sind. Sinkende Leerstände bei geringer Neubautätigkeit und steigender Beschäftigung im Dienstleistungssektor ließen die Mieten für Büroflächen um 2,8 % im Vorjahresvergleich steigen. In der Konsequenz sank der Liegenschaftszinssatzindex für Büroimmobilien um 4,3 %.

Auch Einzelhandelsimmobilien sind weiter gefragt, die Kapitalwerte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 %. Diese Verteuerung setzt sich zusammen aus einer Erhöhung der Neuvertragsmieten für Einzelhandelsflächen von 0,9 % bei gleichzeitig gesunkenen Liegenschaftszinsen um 1,6 %.

 

 

Selbst genutztes Wohneigentum: +6,3 %*
Mehrfamilienhäuser: +7,5 %*
Büroimmobilien: +7,4 %*
Einzelhandelsimmobilien: +2,6 %*
* gegenüber Vorjahresquartal

 


Alle Indizes werden von der vdpResearch GmbH im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auf der Grundlage einer umfassenden Transaktionsdatenbank, welche die Transaktionen der teilnehmenden Finanzinstitute enthält, berechnet. Die Indizes werden quartalsweise veröffentlicht. Weiterführende Informationen bezüglich der Berechnung der einzelnen Indizes finden sich auf der Webseite der vdpResearch GmbH unter www.vdpresearch.de/vdp-immobilienpreisindizes/.

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