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Andreas Kunert

Die Immobilienpreise in Deutschland folgten auch im 3. Quartal 2017 dem altbewährten Muster, sie sind weiter gestiegen. Der Gesamtindex legte um 7,7 % im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Erneut war der Anstieg vor allem durch eine starke Preisentwicklung bei Mehrfamilienhäusern und Büroimmobilien bestimmt. Diese beiden Assetklassen standen abermals im Fokus bei in- und ausländischen Investoren. Auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Eigenheimen war ungebrochen hoch, mit der Folge weiter steigender Preise.

Preise für deutsche Wohnimmobilien sind im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,8 % gestiegen. Hierbei nahmen die Preise für selbst genutztes Wohneigentum um 6,1 % zu. Dieser Anstieg der das Wachstum der Verbraucherpreise weit übersteigt, zeigt eine unverändert hohe Überschussnachfrage nach Eigenheimen und Eigentumswohnungen in Deutschland an. Trotz der teilweise sehr hohen Kaufpreise sehen viele Marktteilnehmer in Wohneigentum nach wie vor ein gutes Investment. Die Gründe hierfür liegen sicherlich auch in der Hoffnung, dass die Preise weiter steigen mögen. Mit Blick auf die Objektarten ist festzuhalten, dass sich die Preise für Eigentumswohnungen im Jahresvergleich um 7.4 % und die für Eigenheime um 5,6 % verteuerten.

Die Kapitalwerte für Mehrfamilienhäuser sind im dritten Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal im Bundesdurchschnitt um 9,2 % gestiegen. Dies erklärt sich zu etwa einem Drittel aus höheren Mieten und zu zwei Dritteln aus gesunkenen Liegenschaftszinsen. Dabei bringt das mittlerweile sehr niedrige Niveau der Liegenschaftszinssätze zum Ausdruck, dass die Käufer der Mehrfamilienhäuser auch eine anfänglich geringe Rendite akzeptieren, um Eigentümer dieser Häuser zu werden. Mit anderen Worten: es fehlt an Anlagealternativen und/oder die Käufer erwarten deutliche Wertgewinne bzw. weiter steigende Mieten.

Diese Prozesse treiben auch die Entwicklung der Kapitalwerte für Gewerbeimmobilien, die im Vorjahresvergleich um 7,2 % zulegen konnten. Vor allem der Markt für Büroimmobilien zeigt diesbezüglich ein kräftiges Wachstum. Anziehende Mieten (+3,2 %) und fallende Liegenschaftszinsen (-5,8 %) gehen hier auch Hand in Hand, mit dem Ergebnis, dass die Kapitalwerte für Büroliegenschaften im dritten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,5 % wuchsen. Dabei ist der Anstieg der Büromieten die logische Folge deutlich zurückgehender Leerstände, einer moderaten Neubautätigkeit und eines Wirtschaftswachstums, das die Zahl der (Büro-)Arbeitsplätze weiter steigen lässt.

Einzelhandelsimmobilien verteuerten sich um 2,5 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch hier ist die Nachfrage weiterhin hoch, mit der Folge, dass ebenso in diesem Segment die Liegenschaftszinsen gesunken sind. Der entsprechende Index fiel um 0,9 %. Im gleichen Zeitraum sind die Mieten für Einzelhandelsflächen um 1,6 % angestiegen.

Selbst genutztes Wohneigentum: +6,1 %*
Mehrfamilienhäuser: +9,2 %*
Büroimmobilien: +9,5 %*
Einzelhandelsimmobilien: +2,5 %*
* gegenüber Vorjahresquartal

 


Alle Indizes werden von der vdpResearch GmbH im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auf der Grundlage einer umfassenden Transaktionsdatenbank, welche die Transaktionen der teilnehmenden Finanzinstitute enthält, berechnet. Die Indizes werden quartalsweise veröffentlicht. Weiterführende Informationen bezüglich der Berechnung der einzelnen Indizes finden sich auf der Webseite der vdpResearch GmbH unter www.vdpresearch.de/vdp-immobilienpreisindizes/.

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