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Hildegard Höhlich
Andreas Kunert

Trotz einer sich spürbar belebenden Neubautätigkeit präsentiert sich der Münchener Wohnungsmarkt anhaltend angespannt. Die Preisentwicklung hat 2013 nicht an Dynamik verloren, vielmehr hat das Segment der Eigenheime einen deutlichen Preisschub zu verzeichnen. Die Stadt versucht durch eine gezielte Siedlungspolitik Impulse für den Wohnungsbau zu geben.

München ist eine der wachstumsstärksten Städte

München ist eine der wachstumsstärksten Städte Deutschlands. Seit Mitte 2011 hat sich die Einwohnerzahl um rund 52.000 erhöht, was einem Wachstum von nahezu 4 % innerhalb von gut zwei Jahren entspricht. Mittlerweile leben mehr als 1,4 Mio. Personen (Quelle: Statistisches Landesamt Bayern. Stand 30.09.2013) in der bayerischen Landeshauptstadt. Für die nächsten Jahre wird ein weiterer Anstieg, wenn auch in leicht abgeschwächter Form prognostiziert. Als wesentliche Ursachen gelten drei Faktoren: erstens steigen die Studentenzahlen weiterhin, zweitens hält die Zuwanderung aus dem Ausland an und drittens bieten die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein enormes Beschäftigungspotenzial. Angaben des Statistischen Landesamtes folgend soll München Ende 2020 etwa 1,48 Mio. Einwohner zählen.

In München wird wieder mehr gebaut

Basierend auf der Einwohnerentwicklung der letzten Jahre und der prognostizierten Entwicklung hält die Stadt München an ihrem Ziel fest, eine Neubautätigkeit von rund 7.000 Wohnungen pro Jahr zu erreichen. Deshalb soll zukünftig jährlich neues Baurecht für durchschnittlich zirka 3.500 Wohnungen geschaffen werden. Die andere Hälfte des Bedarfs wird erfahrungsgemäß in Gebieten gemäß § 34 Baugesetzbuch (Wohnen in München V) gedeckt.

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Im vergangenen Jahr konnte das anvisierte Ziel von 7.000 neuen Wohnungen nahezu erreicht werden. Insgesamt wurden knapp 6.800 Einheiten neu gebaut, davon rund 90 % als Miet- bzw. Eigentumswohnungen. Dagegen nimmt der Bau von Eigenheimen angesichts der Flächenknappheit in München nur einen geringen Marktanteil ein. Im vergangenen Jahr wurden nur knapp 900 Ein- und Zweifamilienhäuser fertig gestellt, was gegenüber dem Vorjahr jedoch ein Plus von fast 25 % bedeutet. Für das laufende Jahr zeichnet sich – unter Berücksichtigung der Genehmigungszahlen – wieder ein leichter Rückgang der Bautätigkeit ab.

Flächenpotenzial bietet gute Chancen für den Wohnungsbau

Um mittelfristig nicht wieder einen deutlichen Rückgang der Bautätigkeit zu riskieren, stellt die Stadt München die Ausweisung von ausreichend Bauflächen in den Fokus der langfristigen Siedlungsentwicklung. Zum einen soll die Nachverdichtung von älteren Siedlungen u. a. durch Aufstockung bzw. Ergänzungsbauten und die Umstrukturierung von Gewerbe- in Mischgebiete konsequent verfolgt werden. Berechnungen der Stadt zufolge könnten dadurch bis zum Jahr 2030 etwa 24.000 Wohnungen entstehen. Zum anderen soll die Entwicklung größerer Gebiete vorangetrieben werden. Zu den aktuellen großflächigen Projekten, mit denen sich die Stadtverwaltung derzeit beschäftigt, zählen:

  • Bayernkaserne (München-Nord): Auf dem ehemaligen rund 48 ha großen Kasernengelände im Stadtteil Freimann soll ein neues Stadtviertel mit rund 4.000 Wohnungen entstehen.
  • Zentrale Bahnflächen – Paul-Gerhardt-Allee in Pasing-Obermenzing (München-West): Das rund 33 ha große Areal zwischen Paul-Gerhardt-Allee, Bärmannstraße und Bahntrasse bietet Platz für ca. 2.400 Wohnungen.
  • Ehemaliges Kiesgrubengelände Piederstorfer im Stadtteil Perlach (München-Südosten): Auf dem Gelände zwischen Friedrich-Creuzer-Straße und Karl-Marx-Ring können ersten Schätzungen der Stadt folgend zwischen 1.000 und 1.300 Wohnungen geschaffen werden.
  • Paulaner-Areal am Nockherberg im Stadtteil Au: Rund 2 km von der Innenstadt entfernt sind auf dem etwa 9 ha großen Areal zwischen 1.200 und 1.400 Wohnungen geplant.

Betrachtet man allein das Flächenpotenzial, könnte sich die Zahl der fertig gestellten Wohnungen mittelfristig auf dem von der Stadt anvisierten Niveau einpendeln.

Preissteigerung verliert nicht an Dynamik.

Obwohl in der Stadt München wieder mehr gebaut wird, hat die Preisentwicklung am Münchener Wohnungsmarkt nicht an Dynamik verloren. Nur die Preise für Eigentumswohnungen sind mit 6,4 % etwas weniger stark gestiegen als im Vorjahr. Damit verzeichnet dieses Marktsegment seit 2007 ein Plus von 32 %. Im Vergleich der Großstädte rangiert München damit auf Rang 3 hinter Berlin und Hamburg. Eine absolute Spitzenposition nimmt dagegen München bei den durchschnittlichen Transaktionspreisen ein. So wurden im vergangenen Jahr im Mittel knapp 5.600 €/m² Wohnfläche bezahlt, während in Berlin mit rund 3.200 €/m² der Quadratmeter Wohnfläche im Durchschnitt etwa 40 % weniger kostet. Bevorzugt werden nach wie vor Eigentumswohnungen in guten bis sehr guten Wohnlagen gekauft. Hier reicht die Spanne der durchschnittlichen Verkaufspreise von 3.950 €/m² (gute Lage, einfache Ausstattung) bis hin zu 7.060 €/m² (sehr gute Lage und Ausstattung). Besonders hohe Preissteigerungen verzeichneten im vergangenen Jahr die innerstädtischen Stadtteile Gärtnerplatzviertel und Lehel, wo die durchschnittlichen Transaktionspreise deutlich über der 6.000 €-Grenze liegen.

Trotz dieses hohen Preisniveaus ist München nach wie vor einer der beliebtesten Investitionsstandorte in Deutschland. Hierfür sprechen unter anderem die sehr guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die damit verbundene hohe Stabilität des Wohnungsmarktes. Dennoch sind die Transaktionszahlen von Eigentumswohnungen das zweite Jahr in Folge rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden laut Grundstücksmarktbericht der Stadt München gut 11.500 Objekte (Neubau und Wiederverkäufe, einschließlich Teileigentum) gekauft, also rund 23 % weniger als im Spitzenjahr 2011.

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Stärker als die Preise für Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr die Wohnungsmieten gestiegen. Mit einem Plus von 7 % entsprach die Wachstumsrate nahezu dem Vorjahreswert, sodass der Mietindex seit 2007 um 24,2 % zulegte. Damit sind die Mieten in diesem Betrachtungszeitraum weniger stark gestiegen als die Verkaufspreise von Eigentumswohnungen. Die höchsten Mietsteigerungsraten verzeichneten im vergangenen Jahr – korrespondierend zu den oben genannten Preissteigerungen – das Gärtnerplatzviertel und das Lehel, wo die Mieten ein Plus von nahezu 10 % aufweisen.

Die durchschnittliche Wohnungsmiete liegt heute in der bayerischen Landeshauptstadt bei rund 14 €/m². Damit werden in München die mit Abstand höchsten Mieten in Deutschland bezahlt. Nach wie vor ist der Mietwohnungsmarkt trotz deutlicher Belebung der Neubautätigkeit enorm angespannt. Insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen ist Wohnraum kaum mehr bezahlbar. So müssen in einfachen Wohnlagen, wie zum Beispiel in Feldmoching und Lerchenau-West, durchschnittlich für einfach ausgestattete Wohnungen bereits rund 11 €/m² bezahlt werden. Um insbesondere Haushalten mit geringem bis mittlerem Einkommen das Wohnen in München weiterhin zu ermöglichen, setzt sich die Stadt das Ziel, jährlich Baurecht für 1.800 geförderte Wohnungen (Offensive München 2012)  zu schaffen. Entsprechend der Engpässe insbesondere bei älteren Alleinstehenden und Familien mit mehreren Kindern stehen kleine und große Wohnungen im Fokus der Förderung.

Eigenheime sind in München Mangelware. Dementsprechend sanken im vergangenen Jahr ein weiteres Mal die Verkaufszahlen. 2013 wurden nur knapp 920 Objekte (Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte) erworben, ein Minus von rund 17 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sind knapp 900 Eigenheime neu entstanden, wobei sich die Neubautätigkeit im Wesentlichen auf Stadtrandlagen wie Beispiel Trudering und Forstenried konzentriert. Schwerpunktmäßig werden Doppelhaushälften und Reihenhäuser gebaut und gekauft, während freistehende Einfamilienhäuser mittlerweile nur noch auf dem Bestandsmarkt eine Rolle spielen.

Insbesondere im vergangenen Jahr hat sich die Nachfrage deutlich stärker entwickelt als das Angebot, mit der Folge einer überdurchschnittlichen Preissteigerungsrate. Während sich die Preise für Eigenheime 2012 „nur“ um 5,4 % verteuerten, stiegen sie 2013 in diesem Marktsegment um 6,9 %. Damit müssen heute im Vergleich zum Jahr 2007 rund 24 % mehr für ein Eigenheim bezahlt werden.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt im Mittel bei 4.850 €/m². Je nach Lage und Ausstattung bewegen sich die Preise in einer Spanne von 4.320 €/m² für einfach ausgestattete Objekte in einfacher Lage und 7.225 €/m² in sehr guten Lagen wie in Altbogenhausen und Herzogpark.

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Ausblick

Trotz einer Belebung der Neubautätigkeit ist kurzfristig keine spürbare Abschwächung der Preisentwicklung zu erwarten. Preistreibend ist zum einen die anhaltend hohe Nachfrage durch Zuzüge. Zum anderen verteuern die enorm gestiegenen Grundstückspreise der letzten beiden Jahre das zukünftige Bauen.

Disclaimer: Alle im Bericht angegebenen Wohnungspreise und Mieten sowie deren Veränderungen wurden – sofern keine anderen Quellen genannt sind – von vdpResearch auf Grundlage der Transaktionsdatenbank ermittelt.


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Hildegard Höhlich
Andreas Kunert

Berlin wächst derzeit jährlich in der Größenordnung einer kleinen Mittelstadt. Die sich langsam belebende Neubautätigkeit kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten, sodass die Berliner Immobilienpreise und -mieten bundesweit zu den am stärksten steigenden zählen. Gelingt es der Stadt das enorme Flächenpotenzial mittel- bis langfristig zu mobilisieren, kann dies die Preisdynamik dämpfen.

Wanderungsgewinne lassen Bevölkerungszahl stark steigen

Berlin zählt zu den wachstumsstärksten Städten in Deutschland. Allein seit Anfang 2012 hat sich die Einwohnerzahl um 2,8 % bzw. um knapp 94.000 Personen erhöht, sodass die Hauptstadt heute mehr als 3,4 Mio. Einwohner zählt. Wachstumsmotor ist in erster Linie die Zuwanderung. Besonders attraktiv gilt Berlin insbesondere für die Altersklasse der 20- bis 30-jährigen, also ausbildungs- und arbeitsplatzbedingte Zuzüge. Mittlerweile leistet auch die Altersklasse der 30- bis 40-jährigen einen wesentlichen Beitrag zur positiven Wanderungsbilanz. Der Bevölkerungsanstieg beruht aber ebenfalls auf einer positiven natürlichen Bevölkerungsentwicklung, d. h. dass die Geburtenzahlen die Sterbefälle seit einigen Jahren übersteigen.

Dieser Trend dürfte bis Ende der nächsten Dekade anhalten, wobei die Wachstumsdynamik im Laufe der Jahre abnehmen wird. Prognosen der Stadt folgend wird Berlin bis zum Jahr 2030 um etwa 254.000 Einwohner wachsen.

Bautätigkeit muss sich verdoppeln

Entsprechend der enormen Einwohnerzuzüge ist der Bedarf an Wohnraum in Berlin groß. Dem im Juli 2014 veröffentlichten „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“ der Senatsverwaltung Berlin folgend, werden in der Hauptstadt bis zum Jahr 2025 insgesamt etwa 137.000 Wohnungen benötigt. Im Durchschnitt entspricht dies einer jährlichen Bauleistung von rund 10.000 Einheiten. Die von der Stadt anvisierte Zielgröße wurde somit im Vergleich zur letzten Berechnung nahezu verdoppelt (5.000 bis 6.000 Einheiten).

Trotz einer spürbaren Belebung der Neubautätigkeit seit dem Jahr 2010 liegt die Zahl der fertig gestellten Wohnungen deutlich unter dem ermittelten Bedarf. Im vergangenen Jahr wurde mit insgesamt 4.526 neuen Wohnungen weniger als 50 % des erforderlichen Volumens gebaut.

Deutlich mehr gebaut werden heute Miet- und Eigentumswohnungen. Während zu Beginn der letzten Dekade nur rund ein Drittel der neuen Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern entstanden, liegt deren Anteil mittlerweile bei nahezu 60 %. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 2.640 Miet- und Eigentumswohnungen fertig gestellt, ein Plus von 20 % gegenüber dem Vorjahr.

Aber auch der Eigenheimbau stellt für den Wohnungsmarkt Berlin einen wesentlichen Bestandteil der Neubauproduktion dar. Während beispielsweise in Frankfurt und München 12 bzw. 13 % der neuen Wohnungen Eigenheime sind, lag dieser Anteil in den vergangenen beiden Jahren in Berlin mit rund 1.900 Eigenheimen p. a. bei über 40 %.

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Baulandpotenzial ausreichend für erforderliche Neubautätigkeit

Betrachtet man die jüngsten Baugenehmigungszahlen wird deutlich, dass Berlin durchaus das Potenzial für die erforderliche jährliche Bauproduktion besitzt. Mit knapp 9.900 genehmigten Wohnungen wurde 2013 nur knapp das anvisierte Ziel der Stadt verfehlt.

Auch verfügbares Bauland stellt in Berlin kein Hindernis für den Wohnungsneubau dar, da ein breites Spektrum an Entwicklungsarealen vorhanden ist. Angaben des Senats(Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025) folgend besteht ein Flächenpotenzial für rund 215.000 Wohneinheiten, wovon nahezu 100.000 Wohnungen in größeren Entwicklungsgebieten entstehen könnten. Die Bezirke Pankow, Treptow-Köpenick und Mitte stellen dabei die größten Flächenpotenziale. Bereits im vergangenen Jahr lagen in diesen drei Stadtbezirken rund 44 % der fertig gestellten Wohnungen. Ebenfalls etwa 100.000 Wohnungen können durch Nachverdichtungsmaßnahmen in der „Äußeren Stadt“ geschaffen werden. Auch hier bieten die Bezirke Treptow-Köpenick und Pankow die größten Potenziale.

Über das gesamte Stadtgebiet verteilt hat der Senat 24 große Wohnungsneubaubereiche identifiziert, wo insgesamt 43.000 Wohnungen entstehen könnten. Die Realisierungshorizonte sind dabei jedoch sehr unterschiedlich. Zu den größten Arealen, die innerhalb der nächsten zwei Jahre bebaut werden könnten, zählen:

  • Johannisthal/Adlershof – Wohnen am Campus: 1.200 Wohnungen
  • Dahmestadt – Regattaquartier: 600 Wohnungen
  • Brunnenviertel/Mauerpark – Westlich Mauerpark: 600 Wohnungen

Steigende Nachfrage nach Wohnimmobilien trotz steigender Preise

Entsprechend der gestiegenen Neubautätigkeit hat sich die Zahl der Transaktionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt im vergangenen Jahr gegenüber den Vorjahren nochmals erhöht. So wurden 2013 nahezu 23.900 Eigentumswohnungen (Bericht über den Berliner Grundstücksmarkt 2013/2014; Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin) für insgesamt 4,3 Mrd. € gekauft. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 5 % bei den Transaktionszahlen, der Geldumsatz ist sogar um 14 % auf insgesamt 4,3 Mrd. € gestiegen. Im Durchschnitt wurden somit knapp 182.000 € für eine Eigentumswohnung bezahlt (2012: 167.000 €).

Betrachtet man die tatsächliche Preiserhöhung – also bereinigt um kaufpreisbeeinflussende Faktoren wie Größe und Lage des Objektes, Bauweise, Baujahr –, sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um 7,4 % gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Steigerungsrate zwar etwas reduziert, im Vergleich der Großstädte weist Berlin nach wie vor das höchste Wachstum auf. In der Summe sind die Preise für Eigentumswohnungen seit 2007 um 37,5 % gestiegen.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt mittlerweile bei knapp 3.200 €/m². Die höchsten durchschnittlichen Preise werden in den Stadtteilen Mitte, Prenzlauer Berg und Tiergarten erzielt. Während Mitte das „neue Zentrum Berlins“ verkörpert und deshalb zu den bevorzugten Wohnstandorten zählt, präsentiert sich der Prenzlauer Berg als gut situiertes Szeneviertel, das aufgrund seiner zahlreichen sanierten Gründerzeitgebäude eine hohe Wohnattraktivität aufweist. Der Stadtteil Tiergarten, der durch den gleichnamigen Park und das Regierungsviertel rund um den Reichstag geprägt ist, ist einer der exklusivsten Appartementstandorte in Berlin. Die jüngste Preissteigerungsrate lag in diesen drei Stadtteilen im Berlin-Durchschnitt. Mit die höchsten Wachstumsraten verbuchten dagegen Schöneberg und Friedrichshain, zwei Stadtteile die sich im Um- und Aufschwung befinden.

 
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Auch die Wohnungsmieten sind in diesen beiden Stadtteilen besonders stark gestiegen, sodass sie mittlerweile über dem städtischen Durchschnitt liegen. Heute werden im Mittel 8 €/m² bezahlt, was gegenüber dem Vorjahr einer Preissteigerung von 6,8 % entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Mietanstieg damit verstärkt, im Zeitraum 2007 bis 2013 haben sich die Wohnungsmieten damit um knapp 32 % erhöht. Die Berliner Mieten bewegen sich heute in einer Spanne von 5,30 €/m² für Wohnungen mit einfacher Lage und Ausstattung bis 15,20 €/m² (sehr gute Ausstattung und Lage).

Der Mietwohnungsmarkt präsentiert sich in Berlin angespannt, wobei die enorm gestiegenen Mietpreise insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen stark belasten. Diese Problematik wird durch zahlreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen verstärkt, die preiswerten Wohnraum verteuern. Der Senat sieht sich deshalb veranlasst, in diesem Segment die Förderung deutlich zu erhöhen. Zukünftig sollen pro Jahr mindestens 1.000 geförderte Wohnungen neu errichtet werden, bei denen die Anfangsmiete zwischen 6,00 und 7,50 €/m² liegen muss.

Auch das Segment der Eigenheime entwickelt sich in Berlin äußerst dynamisch. Dies ist einerseits an den gestiegenen Baufertigstellungszahlen (Abbildung 1) abzulesen. Andererseits werden immer mehr Ein- und Zweifamilienhäuser gekauft. Allein im vergangenen Jahr wurden knapp 3.500 Objekte veräußert und damit 7 % mehr als im Vorjahr. Das Transaktionsvolumen ist dabei um 16 % auf insgesamt 1,2 Mrd. € gestiegen. Ein weiteres Indiz für die Dynamik des Eigenheimmarktes sind die seit 2010 stark gestiegenen Preise. Allein im vergangenen Jahr haben sich diese um 6 % erhöht und damit stärker als im Vorjahr. Im Durchschnitt werden heute pro Quadratmeter Wohnfläche 2.740 € bezahlt, bei einer Spanne von 2.200 €/m² (einfache Lage und Ausstattung) und 4.145 €/m² (sehr gute Lage und  Ausstattung). Die höchsten Preise für Eigenheime werden im Westend, Zehlendorf und Nikolassee erzielt und damit in Stadtteilen, die alle einen hohen Villenanteil aufweisen.

 

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Ausblick

Trotz der sich belebenden Neubautätigkeit ist kurzfristig angesichts des enormen Einwohnerzuzugs mit einem Weiterbestehen der Preisdynamik zu rechnen, zumal sich die neu errichteten Objekte auf die bevorzugten Wohnlagen in Berlin konzentrieren.

 

Disclaimer: Alle im Bericht angegebenen Wohnungspreise und Mieten sowie deren Veränderungen wurden – sofern keine anderen Quellen genannt sind – von vdpResearch auf Grundlage der Transaktionsdatenbank ermittelt.


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Andreas Kunert

In Deutschland ist die Entwicklung der Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien unverändert aufwärtsgerichtet. Für das 3. Quartal 2014 zeigt der vdp Immobilienpreisindex im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Plus von 4,8 %. Rechnerisch getragen wird der Anstieg durch einen nach wie vor dynamischen Wohnungsmarkt. Der Teilindex Wohnen weist eine Zunahme von 5,2 % aus und liegt damit über der Steigerungsrate des zweiten Quartals 2014. Der gewerbliche Immobilienmarkt hat dagegen etwas schwächer zugelegt als zuvor; hier erhöhten sich die Preise im Jahresvergleich um 3,7 %, während für das zweite Quartal 2014 noch ein Plus von 4,8 % festgestellt worden war.

Der aktuell starke Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt ist insbesondere dem Marktsegment Mehrfamilienhäuser zuzurechnen. Der sich hierauf beziehende Kapitalwertindex erhöhte sich im Vergleich zum dritten Quartal 2013 um 7,2 %. Beide Komponenten dieser Zeitreihe trugen dazu bei: Die Neuvertragsmieten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 %, der Index der Liegenschaftszinsen sank gleichzeitig um 2,5 %.

Auch die Preise für selbst genutztes Wohneigentum zeigen unverändert deutlich nach oben. Im dritten Quartal 2014 stiegen die diesen Teilindex bildenden Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 3,1 %. Mit einem Plus von 3,3 % legten die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser dabei etwas stärker zu als die Preise für Eigentumswohnungen, die sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,6 % verteuerten.

Der sich abschwächende Preisanstieg bei Gewerbeimmobilien ist insbesondere bei Büroimmobilien festzustellen. Der Kapitalwertindex Büro legte im dritten Quartal um 3,7 % im Jahresvergleich zu, während im zweiten Quartal noch ein Anstieg um 5 % ausgewiesen wurde. Die Steigerungsrate bei den Vertragsmieten für Büroflächen entsprach dabei mit einem Plus von 1,8 % nahezu dem Niveau des Vorquartals. Gleichzeitig sank der Liegenschaftszinssatzindex um 1,8 % (2. Quartal: -3,0 %).

Die Preisdynamik bei Einzelhandelsimmobilien hat sich dagegen kaum verändert. Die Kapitalwerte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,9 %, wobei die Neuvertragsmieten für Einzelhandelsflächen um 1,1 % stiegen und der entsprechende Liegenschaftszinssatzindex um 2,7 % sank.

 

Alle Indizes werden von der vdpResearch GmbH im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auf der Grundlage einer umfassenden Transaktionsdatenbank, welche die Transaktionen der teilnehmenden Finanzinstitute enthält, berechnet. Die Indizes werden quartalsweise veröffentlicht. Weiterführende Informationen bezüglich der Berechnung der einzelnen Indizes finden sich auf der Webseite der vdpResearch GmbH unter www.vdpresearch.de/vdp-immobilienpreisindizes/.

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Andreas Kunert

Im zweiten Quartal 2014 sind die Preise für deutsche Wohn- und Gewerbeimmobilien weiter gestiegen. Der vdp Immobilienpreisindex legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,7 % zu.

Auf dem Wohnungsmarkt erhöhten sich die Preise für selbst genutztes Wohneigentum um 2,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hierbei stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,6 %. Etwas verhaltener war der Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen, die im gleichen Zeitraum um 2,2 % zugelegt haben.

Deutlich stärker verteuerten sich Mehrfamilienhäuser. Der Kapitalwertindex für Mehrfamilienhäuser erhöhte sich um 7 % im Vergleich zum zweiten Quartal 2013. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die stark steigenden Neuvertragsmieten, welche ein Plus von 5 % verzeichneten. Gleichzeitig sank der Liegenschaftszinssatzindex für Mehrfamilienhäuser um 1,9 %.

Alles in allem erhöhte sich der vdp Immobilienpreisindex Wohnen im 2. Quartal 2014 gegenüber dem 2. Quartal 2013 um 4,8 %.

Einen deutlichen Preisanstieg verzeichneten auch Büroimmobilien. Der entsprechende Kapitalwertindex legte im zweiten Quartal 2014 um 5,0 % im Jahresvergleich zu. Die Neuvertragsmieten für Büroflächen stiegen dabei um 1,9 %, während gleichzeitig der Liegenschaftszinssatzindex um 3,0 % sank.

Auch der Markt für Einzelhandelsimmobilien ist von steigenden Preisen gekennzeichnet. Die Kapitalwerte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,1 %, wobei die Neuvertragsmieten für Einzelhandelsflächen um 0,8 % stiegen und der entsprechende Liegenschaftszinssatzindex um 3,2 % sank.

Insgesamt erhöhte sich der vdp Immobilienpreisindex Gewerbe im 2. Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,8 %.

 

Alle Indizes werden von der vdpResearch GmbH im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auf der Grundlage einer umfassenden Transaktionsdatenbank, welche die Transaktionen der teilnehmenden Finanzinstitute enthält, berechnet. Die Indizes werden quartalsweise veröffentlicht. Weiterführende Informationen bezüglich der Berechnung der einzelnen Indizes finden sich auf der Webseite der vdpResearch GmbH unter www.vdpresearch.de/vdp-immobilienpreisindizes/.


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vdpResearch

Das Handelsblatt hat in Kooperation mit vdpResearch die Wohnimmobilienmärkte in 15 deutschen Städten analysiert. Die Auswahl der Viertel basiert auf der Auswertung von regionalen Preisen und Mieten auf der Basis der umfassenden Transaktionsdatenbank der vdpResearch.

Bis Ende Juni veröffentlicht das Handelsblatt die aktuellen Trendviertel in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Heidelberg, Kiel, Dresden, Bremen, Köln, Jena, Düsseldorf, Lüneburg, Nürnberg, Leipzig, Stuttgart und München.

zum Online-Artikel: http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/trendviertel-2014-wo-sich-der-immobilienkauf-noch-lohnt/10001132.html

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